
Ja, in den meisten privaten Höfen lässt sich Regenwasser versickern, wenn Bodenbeschaffenheit, Verschmutzungsgrad der Fläche und Abstand zum Grundwasser passen. Für eine typische Hofsituation eignet sich meist eine Mulde, eine Mulden-Rigole oder ein Sickerschacht. Bevor Sie planen, gehören ein einfacher Versickerungstest und eine kurze Rückfrage bei der Unteren Wasserbehörde auf die Liste.
Kurz gesagt:
- Der Boden muss durchlässig sein und der Abstand zum Grundwasser mindestens einen Meter betragen, damit eine wirtschaftliche Versickerung möglich ist.
- Bei verschmutztem Hofflächenmaterial oder Reifenabrieb ist meist eine Vorreinigung durch einen Absetz- oder Filterschacht notwendig.
- Viele Kommunen erlauben die Versickerung ohne Genehmigung, allerdings verlangen größere Anlagen, Wasserschutzgebiete oder Altlasten eine behördliche Genehmigung.
- Der kf-Wert, ermittelt durch einen einfachen Test, entscheidet über die Eignung der Fläche für Flächenversickerung.
- Das Arbeitsblatt DWA‑A 138 gibt die genauen Vorgaben für Planung und Bemessung, inklusive erforderlicher Nachweise für Behörde und Bau.
Inhaltsverzeichnis
- Regenwasser versickern im Hof: Welche Methode passt zu welcher Fläche?
- Brauchen Sie eine Genehmigung zum Versickern im Hof?
- Wie prüfen Sie, ob Ihr Boden Wasser versickern kann?
- Was schreibt DWA‑A 138 für die Bemessung vor?
- Aufbau und Wartung: So bleibt die Versickerung im Hof funktionsfähig
- Was kostet eine Versickerungsanlage im Hof?
- Warum lohnt sich ein Fachbetrieb für die Versickerung im Hof?
- Unsere Erfahrung mit Hofentwässerungen in der Region
- Ihr Hof, unsere Planung: So kommen Sie zum Angebot
- Regelwerke und Merkblätter zur Versickerung im Überblick
- Quellen
- FAQ
Regenwasser versickern im Hof: Welche Methode passt zu welcher Fläche?
Nicht jede Versickerungsmethode taugt für jeden Hof. Die Wahl hängt von Platzangebot, Bodendurchlässigkeit und davon ab, wie stark die Fläche verschmutzt ist, die entwässert werden soll.
- Mulde: Flache, begrünte Vertiefung, geeignet für unbefestigte oder wenig genutzte Gartenbereiche. Braucht Platz, verträgt keine dauerhafte Befahrung.
- Mulden-Rigole: Kombination aus oberflächennaher Mulde und unterirdischem Speicherkörper, sinnvoll wenn die Fläche knapp, aber ein Puffer für Starkregen nötig ist.
- Rigole: Unterirdischer Speicherraum aus Kies oder Kunststoff-Sickerblöcken, platzsparend und für befahrene Hofflächen mit Vorreinigung geeignet.
- Sickerschacht: Kompakte Punktversickerung für begrenzte Flächen wie Einfahrten, oft in Kombination mit einem vorgeschalteten Absetzschacht.
- Flächenversickerung: Direkte Versickerung über die belebte Bodenzone, nur bei ausreichend großer, unbefestigter Fläche praktikabel.
- Permeable Pflasterbeläge: Reduzieren den Abfluss direkt an der Oberfläche, verlieren aber über Jahre an Durchlässigkeit, wenn sie nicht gepflegt werden.
Bei befahrenen Hofflächen mit Reifenabrieb oder Ölresten braucht es fast immer eine Vorreinigung über einen Absetzschacht oder Filter, bevor das Wasser in den Untergrund darf. Reines Dachwasser gilt dagegen meist als unproblematisch. Wer versickerungsfähige Pflasterbeläge in Betracht zieht, kombiniert sie idealerweise mit einer offenen Mulde als zweiter Ebene, denn die reine Flächenversickerung über Pflasterarbeiten verliert mit der Zeit an Leistungsfähigkeit, wie ein Ratgeber der Regenwasseragentur Berlin beschreibt.
Brauchen Sie eine Genehmigung zum Versickern im Hof?
Versickerung gilt rechtlich als Benutzung eines Gewässers nach dem Wasserhaushaltsgesetz. Klingt bürokratisch, ist es in der Praxis aber meist nicht, denn für die häufigsten Hofsituationen gibt es Erleichterungen.
- Erlaubnisfrei: Viele Kommunen lassen die Versickerung ohne förmliche Erlaubnis zu, wenn die Vorgaben der Niederschlagswasserfreistellungsverordnung und der technischen Regelwerke eingehalten werden.
- Anzeigepflichtig: Außerhalb von Wasserschutzgebieten reicht in vielen Fällen eine Anzeige bei der zuständigen Behörde, wie es das Hinweisblatt zur Versickerung von Niederschlagswasser beschreibt.
- Genehmigungspflichtig: In Wasserschutzgebieten, bei Altlastenverdacht oder größeren angeschlossenen Flächen verlangt die Behörde eine förmliche Genehmigung mit Berechnung.
Wichtig: Selbst wenn Ihre Kommune die Versickerung erlaubnisfrei zulässt, verlangen manche Behörden trotzdem einen Nachweis des kf-Werts und einen Lageplan als Dokumentation, wie das erwähnte Hinweisblatt festhält.
In der Praxis fordern Behörden bei größeren oder komplexeren Vorhaben Pläne, eine Berechnung nach DWA‑A 138 und in Einzelfällen ein hydrogeologisches Gutachten. Rufen Sie deshalb bei der Unteren Wasserbehörde Ihrer Gemeinde an, bevor Sie bauen. Das kostet meist nur ein Telefonat, erspart Ihnen aber teuren Rückbau.
Wie prüfen Sie, ob Ihr Boden Wasser versickern kann?
Der sogenannte kf-Wert beschreibt die Durchlässigkeit des Bodens und entscheidet, ob und welches System wirtschaftlich funktioniert. Einen groben Anhaltswert liefert ein einfacher Feldtest, den Sie selbst durchführen können.
- Heben Sie ein Testloch von etwa 40 mal 40 cm aus.
- Füllen Sie 30 cm Wasser ein und messen Sie die Zeit, bis der Pegel merklich sinkt.
- Aus Absinkgeschwindigkeit und Lochgeometrie lässt sich ein näherungsweiser kf-Wert ableiten, wie es der Ratgeber der Stadt Schwabach für Grundstückseigentümer erklärt.
- Liegt der Wert unter etwa 1×10⁻⁶ m/s, lohnt sich eine klassische Flächenversickerung meist nicht mehr wirtschaftlich.
Profi-Tipp: Führen Sie den Test an mehreren Stellen des Hofs durch, denn Lehmlinsen oder verdichteter Unterboden aus früheren Bauarbeiten verfälschen einzelne Messpunkte erheblich.
Ein hoher Grundwasserstand, sichtlich verdichteter Boden oder der Verdacht auf Altlasten sind Warnsignale. Dann lohnt sich ein Hydrogeologe oder ein Fachbetrieb, der die Bodenverhältnisse genauer einordnet, statt sich auf den Feldtest allein zu verlassen.

Was schreibt DWA‑A 138 für die Bemessung vor?
Die verbindliche fachliche Grundlage für Planung, Bau und Betrieb von Versickerungsanlagen liefert das Arbeitsblatt DWA‑A 138. Es legt fest, welche Eingangsgrößen in eine belastbare Berechnung gehören.
- Die Regenspende Ihrer Region, abgelesen aus den KOSTRA-DWD-Daten des Deutschen Wetterdienstes.
- Die angeschlossene Fläche, also wie viel Quadratmeter Hof oder Dach tatsächlich entwässert werden.
- Der ermittelte kf-Wert des Bodens am Standort.
- Die maximal zulässige Einstauhöhe der Anlage.
Als Faustregel gilt: Die Muldentiefe sollte 30 cm nicht überschreiten, die belebte Bodenzone braucht mindestens 20 bis 30 cm Aufbau, und der Mindestabstand zur Grundwasseroberkante liegt bei etwa einem Meter, wie es auch ein Merkblatt der Stadt Herne beschreibt. Behörden verlangen für die Anzeige oder Genehmigung üblicherweise eine Berechnung, einen Lageplan und einen Schnitt der Anlage. Für eine verbindliche Dimensionierung lohnt sich ein Fachbetrieb oder ein Ingenieurbüro, denn eine Unterdimensionierung zeigt sich meist erst beim nächsten Starkregen.
Aufbau und Wartung: So bleibt die Versickerung im Hof funktionsfähig
Die Wahl des Aufbaus hängt stark davon ab, wie der Hof genutzt wird und wie viel Fläche zur Verfügung steht.
- Rigole mit Kies: Günstig in der Anschaffung, braucht aber mehr Aushubvolumen als Kunststofflösungen.
- Rigole mit Sickerblöcken: Erreicht ein nutzbares Speichervolumen von über 90 % und ist bei beengten Hofverhältnissen oft die wirtschaftlichere Lösung, wie Remscheids Merkblatt zur Niederschlagswasserbeseitigung aufzeigt.
- Absetzschacht: Vorgeschaltet bei befahrenen Flächen, fängt Sediment und Reifenabrieb ab, bevor das Wasser weiterläuft.
- Mulde mit belebter Bodenzone: Kombiniert Reinigung und Versickerung in einem Schritt, braucht dafür aber Platz und Bepflanzung.
- Sickerschacht: Kompakt für Einfahrten, aber empfindlich gegenüber Verschlammung ohne Vorfilter.
Achten Sie bei der Materialwahl auf die richtige Körnung im Rigolenkörper, ein passendes Geotextil zur Trennung der Schichten und eine funktionierende Ablaufsicherung gegen Überstau. Profi-Tipp: Planen Sie von Anfang an einen Wartungszugang für den Schlammfang ein, denn nachträglich lässt sich das kaum noch sauber nachrüsten. Reinigen Sie Vorfilter und Absetzschacht je nach Nutzung ein bis zwei Mal jährlich, permeable Beläge fegen und bei Bedarf absaugen Sie regelmäßig, damit die Fugen nicht verschlämmen. Die häufigsten Baufehler sind Bodenverdichtung während der Bauphase, ein zu geringer Abstand zum Grundwasser und die falsche Materialwahl für den jeweiligen Bodentyp.
Was kostet eine Versickerungsanlage im Hof?
Die Kosten schwanken stark mit Bodenbeschaffenheit, Flächengröße und ob Sie Eigenleistung einbringen. Ein einfacher Sickerschacht in Eigenbauweise liegt oft deutlich unter den Kosten einer professionell geplanten Rigolenanlage, dafür fehlt die Bemessungssicherheit nach DWA‑A 138. Eine Rigole mit Sickerblöcken kostet pro Kubikmeter Speichervolumen mehr als eine reine Kiesrigole, spart dafür aber Aushub und Platz.
Der finanzielle Anreiz liegt oft in der Niederschlagswassergebühr, die viele Kommunen für angeschlossene Flächen erheben. Diese Gebühr ist oft ein relevanter Kostenfaktor, sodass sich bei einem typischen Einfamilienhaus mit Versickerung deutliche Einsparungen erzielen lassen können.
- Wartungskosten und die Lebensdauer der Anlage gehören in jede Kalkulation, nicht nur die Baukosten.
- Eine Amortisation über die gesparte Gebühr ist realistisch, aber stark objektabhängig.
- Eine exakte Kalkulation ist erst nach Bodenprüfung und konkreter Planung möglich, ein unverbindliches Angebot schafft hier Klarheit.
Warum lohnt sich ein Fachbetrieb für die Versickerung im Hof?
Eigenbau ohne Bemessung führt häufig zu Vernässung im Hof oder in Nachbargrundstücken, weil die Anlage schlicht unterdimensioniert ist. Ein Fachbetrieb misst den Boden, rechnet nach DWA‑A 138 mit den korrekten KOSTRA-Regenspenden und baut die Anlage entsprechend aus, statt nach Gefühl zu graben.
- Versickerungstest und Auswertung des kf-Werts vor Baubeginn.
- Verbindliche Dimensionierung nach DWA‑A 138 inklusive Lageplan und Berechnung für die Behörde.
- Fachgerechte Bauausführung mit passender Materialwahl und Vorreinigung.
- Wartungskonzept für die langfristige Funktion der Anlage.
Yörük WEGE Bau GmbH bringt über 20 Jahre Erfahrung und mehr als 2.000 abgeschlossene Bauprojekte in den Bereichen Tiefbau und Entwässerung mit und setzt Hofentwässerungen im Raum Hannover und Niedersachsen praxisnah um.
Unsere Erfahrung mit Hofentwässerungen in der Region
Bei fast jedem Projekt zeigt sich: Der Boden verhält sich anders, als es die Planunterlagen zunächst vermuten lassen. Genau deshalb setzen wir bei jeder Hofentwässerung auf einen echten Versickerungstest vor Ort, nicht auf Erfahrungswerte vom Nachbargrundstück. Eine regelkonforme Lösung hält Jahrzehnte, eine improvisierte hält vielleicht den nächsten Sommer. Wer unsicher ist, sollte vor dem ersten Spatenstich beraten lassen, nicht danach.

Ihr Hof, unsere Planung: So kommen Sie zum Angebot
Yörük WEGE Bau GmbH übernimmt Versickerungsprojekte im Hof von der ersten Bodenprüfung bis zur fertigen Anlage, statt Sie mit einer Teillösung allein zu lassen. Das spart Ihnen die Abstimmung zwischen mehreren Gewerken und sorgt dafür, dass Bemessung, Bau und spätere Wartung aus einer Hand kommen.
Zu unseren Leistungen für Ihren Hof gehören der kf-Wert-Test vor Ort, die Bemessung nach DWA‑A 138, der fachgerechte Bau von Mulde, Rigole oder Sickerschacht sowie die spätere Wartung der Anlage. Kleinere und mittlere Projekte werden mit eigenen Maschinen schwerpunktmäßig im Raum Wunstorf und Hannover betreut, größere Vorhaben können auf Anfrage auch deutschlandweit übernommen werden. Wenn Sie wissen möchten, ob und wie sich Ihr Hof für die Versickerung eignet, fordern Sie über unsere Leistungsseite ein unverbindliches Angebot an. Für Entwässerungsfragen im Detail hilft auch ein Blick in unseren Bau-Ratgeber weiter.
Regelwerke und Merkblätter zur Versickerung im Überblick
Verbindliche Grundlage für Planung und Bau ist das DWA‑A 138. Ergänzend lohnt der Blick in kommunale Hinweisblätter Ihrer Gemeinde. Klären Sie Einzelfragen immer direkt mit Ihrer Unteren Wasserbehörde, denn lokale Praxis unterscheidet sich teils deutlich.
Quellen
- DWA‑A 138 – Anlagen zur Versickerung von Niederschlagswasser
- Hinweisblatt 2: Versickerung von Niederschlagswasser (Senat Berlin)
- Versickerung von Niederschlagswasser (Flyer Stadt Herne)
- Informationen zur Niederschlagswasserbeseitigung (Remscheid Merkblatt)
FAQ
Ist es erlaubt, Regenwasser auf dem eigenen Grundstück versickern zu lassen?
Ja, in der Regel ist das erlaubt, wenn Bodendurchlässigkeit und Abstand zum Grundwasser passen und keine Wasserschutzgebietsauflagen entgegenstehen. Viele Kommunen lassen die Versickerung sogar erlaubnisfrei zu, wenn die NWFreiV eingehalten wird.
Darf ich Abwasser im Garten versickern lassen?
Nein, häusliches Abwasser gehört in die Kanalisation oder eine zugelassene Kleinkläranlage. Versickern dürfen Sie nur unbelastetes Niederschlagswasser, bei befahrenen Flächen erst nach Vorreinigung.
Wie viel kostet es, Regenwasser versickern zu lassen?
Die Kosten hängen stark von Bodentyp, Flächengröße und System ab, eine seriöse Zahl gibt erst ein Angebot nach Bodenprüfung. Über die eingesparte Niederschlagswassergebühr von 0,70 bis 1,90 €/m²/Jahr amortisiert sich die Investition häufig über mehrere Jahre.
Ist eine Sickergrube für Regenwasser in Deutschland erlaubt?
Ein Sickerschacht ist für Regenwasser grundsätzlich zulässig, sofern Bemessung und Abstand zum Grundwasser den Vorgaben entsprechen. Bei befahrenen Hofflächen braucht der Schacht meist einen vorgeschalteten Absetzschacht zur Vorreinigung.
Wer prüft, ob mein Hof für Versickerung geeignet ist?
Einen ersten groben Anhaltswert liefert der einfache Feldtest mit Testloch und Zeitmessung. Für eine verbindliche Bemessung nach DWA‑A 138 empfiehlt sich ein Fachbetrieb wie Yörük WEGE Bau GmbH, der die Prüfung und Planung aus einer Hand übernimmt.
Empfehlungen
- Bau-Ratgeber: Kosten & Tipps zu Pflaster, Straße, Tiefbau
- Tiefbau Neustadt am Rübenberge: Entwässerung
- Tiefbau Hannover: Kanal & Entwässerung
Die Angaben in diesem Ratgeber dienen der allgemeinen Orientierung. Preise, Aufbauhöhen, Materialien und technische Anforderungen hängen vom Untergrund, der Fläche, Nutzung und den örtlichen Gegebenheiten ab. Verbindliche Angaben sind erst nach Prüfung des Bauvorhabens möglich. Bei Genehmigungen und Vorschriften sind die zuständigen Behörden maßgeblich. Yörük WEGE Bau GmbH bietet eine kostenlose Vor-Ort-Besichtigung und individuelle Angebotserstellung an.
Konkretes Projekt geplant?
Richtwerte ersetzen keine Besichtigung: Wir schauen uns Ihre Fläche an und erstellen ein kostenloses, unverbindliches Festpreis-Angebot – Antwort innerhalb von 24 Stunden.

