7 Min. Lesezeit · Stand: Juli 2026

Regenwasser auf dem Grundstück versickern: Diese Möglichkeiten gibt es

Regenwasser vom Dach und von befestigten Flächen muss irgendwo hin. Der klassische Weg in den Kanal ist zunehmend die schlechteste Option: Viele Kommunen erheben Niederschlagswassergebühren nach versiegelter Fläche, und bei Starkregen sind die Netze ohnehin überlastet. Die Alternative liegt buchstäblich vor der Haustür – das Wasser dort versickern zu lassen, wo es fällt.

Als Tiefbaubetrieb bauen wir Versickerungsanlagen von der einfachen Mulde bis zur Rigole in der gesamten Region Hannover. Hier zeigen wir die gängigen Lösungen, ihre Kosten und was Sie vor dem Bau klären sollten. Alle Preise sind unverbindliche Richtwerte.

Diese Versickerungslösungen gibt es

Welche Lösung passt, hängt von Platz, Bodenart und der angeschlossenen Fläche ab – oft ist auch eine Kombination sinnvoll:

  • Versickerungsmulde: Eine flache, begrünte Senke im Garten, in die das Regenwasser geleitet wird und über die belebte Bodenzone versickert. Die einfachste und günstigste Lösung – braucht aber Platz.
  • Rigole: Ein unterirdischer Speicher aus Kunststoff-Füllkörpern oder Kies, der Regenwasser zwischenspeichert und zeitverzögert versickern lässt. Platzsparend, da überbaubar mit Rasen oder Beet – die Standardlösung bei begrenztem Platz.
  • Sickerschacht: Ein Betonschacht mit durchlässiger Sohle und Wandung, der Wasser punktuell in tiefere Bodenschichten abgibt. Kompakt und bewährt, benötigt aber gut durchlässigen Untergrund.
  • Mulden-Rigolen-System: Kombination aus beiden – die Mulde reinigt das Wasser über die Bodenpassage, die Rigole darunter speichert es. Leistungsfähig auch bei schwereren Böden.
  • Versickerungsfähiges Pflaster: Ökopflaster mit Sickerfugen oder poröse Steine lassen Regen direkt durch die Fläche versickern – ideal für Einfahrten, Stellplätze und Höfe.

Kosten: Richtwerte für die gängigen Lösungen

Die Kosten hängen vor allem von der angeschlossenen Dach- und Hoffläche, der Versickerungsfähigkeit des Bodens und der Grabtiefe ab. Als Orientierung:

Unverbindliche Kostenrichtwerte (inkl. Erdarbeiten und Anschluss)
MaßnahmeRichtwert
Versickerungsmulde (begrünt)ab ca. 500 €
Sickerschachtca. 800–3.000 €
Rigole (Einfamilienhaus)ca. 1.500–5.000 €
Mulden-Rigolen-Systemca. 2.500–6.000 €
Versickerungsfähiges Pflaster (komplett)ca. 90–160 €/m²

Diese Vorteile bringt die Versickerung

Eine Versickerungsanlage ist mehr als Umweltschutz – sie rechnet sich oft auch finanziell:

  • Niederschlagswassergebühr sparen: Viele Kommunen berechnen Gebühren nach versiegelter, an den Kanal angeschlossener Fläche. Wer sein Regenwasser vor Ort versickert, kann diese Flächen je nach Satzung ganz oder teilweise abmelden.
  • Starkregenvorsorge: Rigolen und Mulden puffern Spitzen ab und entlasten Kanalnetz und Grundstück – das Risiko von Rückstau und überfluteten Kellern sinkt.
  • Grundwasserneubildung: Das Wasser bleibt im natürlichen Kreislauf, statt über den Kanal abgeleitet zu werden.
  • Wertsteigerung: Bei Neubau und Sanierung wird eine geregelte Regenwasserbewirtschaftung zunehmend gefordert – wer sie hat, ist im Vorteil.

Was rechtlich zu beachten ist

Ob und wie Regenwasser auf dem Grundstück versickert werden darf, regeln in Niedersachsen die örtlichen Abwasser- bzw. Entwässerungssatzungen und das Wasserrecht. Je nach Kommune und Anlagengröße ist die Versickerung erlaubnisfrei, anzeigepflichtig oder erfordert eine Erlaubnis der unteren Wasserbehörde – etwa in Wasserschutzgebieten oder bei größeren angeschlossenen Flächen. Auch Mindestabstände zu Gebäuden und Grundstücksgrenzen sind einzuhalten, damit kein Wasser an Fundamente oder zum Nachbarn gelangt.

Wir klären vor dem Bau, welche Lösung auf Ihrem Grundstück zulässig und technisch sinnvoll ist, und stimmen uns bei Bedarf mit der Behörde ab. Das ist keine Rechtsberatung, sondern gelebte Baupraxis: Erst prüfen, dann bauen – so vermeiden Sie teure Umplanungen.

Wichtig: Erst der Boden, dann die Anlage

Keine Versickerungsanlage funktioniert besser als der Boden, in dem sie liegt. In unserer Region wechseln sich sandige, gut durchlässige Böden mit bindigen Lehm- und Tonböden ab – teilweise auf demselben Grundstück. Deshalb steht am Anfang immer die Frage, wie schnell der Untergrund Wasser aufnimmt; bei unklaren Verhältnissen hilft ein einfacher Versickerungsversuch. Danach dimensionieren wir die Anlage passend zur angeschlossenen Fläche.

Wer ohnehin eine neue Einfahrt, Terrasse oder Entwässerung plant, sollte die Versickerung gleich mitdenken: Ein Graben, ein Maschineneinsatz, eine Baustelle – das spart gegenüber der Nachrüstung deutlich Kosten. Die Besichtigung vor Ort ist bei uns kostenlos.

Häufige Fragen

Was kostet eine Rigole für ein Einfamilienhaus?

Als Richtwert kostet eine Rigole für ein typisches Einfamilienhaus zwischen 1.500 und 5.000 Euro – abhängig von der angeschlossenen Dachfläche, der Bodenart und der Grabtiefe. Ein Sickerschacht liegt bei ca. 800 bis 3.000 Euro. Nach einer kostenlosen Besichtigung erhalten Sie ein verbindliches Angebot.

Darf ich Regenwasser einfach im Garten versickern lassen?

Häufig ja, aber nicht überall: Maßgeblich sind die örtliche Entwässerungssatzung und das Wasserrecht. Je nach Kommune, Anlagengröße und Lage (z.B. Wasserschutzgebiet) kann eine Anzeige oder Erlaubnis der unteren Wasserbehörde nötig sein. Wir klären das vor dem Bau für Ihr Grundstück.

Kann ich mit einer Versickerungsanlage Gebühren sparen?

In vielen Kommunen ja: Wird eine versiegelte Fläche nachweislich nicht mehr in den Kanal entwässert, kann sie bei der Niederschlagswassergebühr abgemeldet werden. Wie viel das bringt, hängt von der Gebührensatzung Ihrer Gemeinde und der Flächengröße ab.

Funktioniert Versickerung auch bei Lehmboden?

Eingeschränkt: Reiner Lehm- oder Tonboden nimmt Wasser nur langsam auf. Hier helfen größer dimensionierte Rigolen, Mulden-Rigolen-Systeme mit Zwischenspeicher oder ein gedrosselter Notüberlauf. Ob und wie Versickerung möglich ist, zeigt ein einfacher Test des Untergrunds.

Konkretes Projekt geplant?

Richtwerte ersetzen keine Besichtigung: Wir schauen uns Ihre Fläche an und erstellen ein kostenloses, unverbindliches Festpreis-Angebot – Antwort innerhalb von 24 Stunden.

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